Ein Kunst-, Literatur- und Schulprojekt zur Sonne und Sonnenenergie
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Solaris Seite 2
Projekt in Zusammenarbeit mit der Kardinal-von-Galen Schule Schöppingen
 
Wir danken für die Unterstützung:
www.dbu.de
 
Solaris Projekt
Bilder
Aufbau Solarskulptur
Bilder Schulprojektmesse "Solaris"
 
Vita
Thomas Gerhards
 

nach S. 5Vita
Autorinnen/Autoren

 

Ausgangspunkt der Überlegungen zum Projekt „Solaris“ - ein Kunst-, Literatur- und Schulprojekt zum Thema Sonne und Sonnenenergie“ war es, perspektivisch nicht-technische oder politische Positionen zur hochaktuellen Energiefrage auszuloten. Bewusst wurde dabei der anspielungsreiche Titel „Solaris“ gewählt, der sich bekanntermaßen auf das gleichnamige Hauptwerk (1961) des polnischen Science-Fiction- Autors Stanislaw Lem bezieht und in dem die Frage nach den Grenzen und Möglichkeiten von menschlicher Erkenntnis aufgeworfen wird.

Anders als in dem Roman von Lem allerdings, fußt das vorliegende Projekt auf einem eher optimistisch-idealistischen Credo: wenn überhaupt, so lautet das zugrunde liegende Glaubensbekenntnis, dann sind Kunst und Kultur noch am ehesten in der Lage, Erkenntnisgrenzen zu überwinden, indem neue Sehweisen und Denkmodelle evoziert und eindimensional ausgerichtete Standardlösungen kritisch befragt werden.

Lösung und Machbarkeit stehen folglich nicht zuerst im Vordergrund, sondern der Perspektivenwechsel als Voraussetzung. Damit ist die in Projekzusammenhängen aus der Sicht von Kunst und Literatur anvisierte Bewußtseinsarbeit auch immer auf Gesellschaft bezogen, wobei jedoch stets die Verbindung mit den besonderen Formen eines offenen ästhetischen Angebotes einer künstlerischen Verfahrensweise zu sehen ist.

Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen hat in vergangenen Projektzusammenhängen die Energiefrage und die technischen Felder neuer Energieformen immer wieder aus dieser Perspektive in den Blick genommen und die Ergebnisse in die Öffentlichkeit hineingetragen. Vom Land NRW ausgezeichnete Projekte wie „Hochspannung - Energie, Bewegung, Visionen“ oder auch „Geistesblitze - eine Stadt als Labor“, die mit einer Vielzahl von kooperativen Partnern durchgeführt wurden, zielten genau auf diesen Kontext von künstlerischen Verfahrensformen, ästhetischer Erfahrung und energiepolitischer Sicht- und Bewußtsseinsveränderung.

Einer der größten Windenergieparks von NRW ist in der direkten Umgebung von Schöppingen stationiert. Das verankert die Klugheit einer solchen ausweitenden Sicht- und Arbeitsweise in Bezug auf neue Energieformen auch substantiell. Das integrierte Kunst-, Literatur- und Schulprojekt „Solaris“ verband nun ästhetische und pädagogische Fragestellungen für den Bereich der „Sonne und Sonnenenergie“.

Für den schulischen Bereich stellte sich die Kardinal-von-Galen Hauptschule in Schöppingen als erprobter Partner dar. In entsprechenden Projektwochen und einer die Arbeitsergebnisse bekannt machenden „Projektmesse“ erarbeiteten sich die Schüler eigenaktiv die vielfältigen Dimensionen des Themas. Neben dem Erkennen, Erfahren und Anwenden der Entwicklungswirklichkeit innovativer Vorgänge im Bereich der solaren Energieformen, wurden auch die erweiternden Aspekte in den verschiedenen Projektsegmenten erobert.

An konkreten Beispielen und Versuchsstellungen wurde den Schülern die gegenseitige Beeinflussung von technischen Möglichkeiten und ästhetischen Feldern deutlich. Dabei wurde deutlich, dass auch die neuen Technologien die rein technisch fassbaren Parameter verlassen können und auch müssen, um - etwa über ästhetische oder symbolische Diskurse-, eine vollständige Integration in gesellschaftliche Prozesse und Akzeptanzen zu erreichen.

Pionierwege beschritt das Projekt in diesem Sinne auch in den Bereichen Kunst- und Literatur. Die von dem Bildhauer Thomas Gerhards entworfene, solarenergetisch betriebene Skulptur „Vorhang auf“ verdeutlicht das exemplarisch in allen Aspekten. Formal liegt das umweltspezifisch Neue auch darin, dass ästhetische und solartechnische Formulierungen direkt im Kunstwerk und in seiner Funktion eine enge und direkt aufeinander bezogene Verbindung eingehen. Inhaltlich thematisiert die Skulptur verschiedenste Momente des Miteinander. Je nach Sonneneinstrahlung öffnet oder schließt sich ein überdimensionierter Vorhang als sichtbares, aber unangestrengtes Zeichen vorhandener Energie und des sanften Andockens an vorhandene Ressourcen. Zugleich liefert die Bewegung ein sinnfälliges Symbol für die Zyklen der Natur, deren wichtige Merkmale die Bewegung und die kreislaufartige Wiederkehr sind.

Die Solarskulptur „Vorhang auf“ kann aber auch als allgemeine und ironisch verklausulierte Aufforderung zu einer angestrebten Bewusstseinsveränderung mit Blick auf die Energiepolitik gesehen werden. Durch den Standort im öffentlichen Raum entsteht für das Publikum in jedem Fall ein klar erkennbarer, bildlicher und technischer Bewusstseinsanker, der eine ambitionierte Auseinandersetzung mit dem Projektschwerpunkt „Sonne und solare Energie“ - auch und nicht zuletzt für die Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

Den psycho-physischen Zwischenebenen des Projektschwerpunktes widmeten sich die Autorinnen und Autoren. Gerade in diesem Segment des Projektes wurde deutlich, wie verkürzt - auch mit Blick auf den Menschen als den wesentlichen Mitbetroffenen neuer technologischer Prozesse - der aus-schließlich auf technische Bedingungen der Machbarkeit fixierte Blick werden kann. Von der Seite der Autoren wird - gefiltert durch den jeweils individuellen Ansatz und Stil - eine Bandbreite der Sichten aufgestossen, die für den Leser das Projektthema mit einem Male sehr deutlich in die Lebenswirklichkeit hinein installiert. So sind mit diesem Projekt und seinen Teilprojekten vielfältige Versuchstore in bisher unbearbeitete Landschaften der Wahrnehmung aufgestoßen worden.

Wir danken der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die mit ihrer großzügigen Förderung den Pioniercharakter eines solchen Projektes unterstützt hat. Gleichzeitig bedanken wir uns bei der Sparkasse Westmünsterland für die Unterstützung.

Bei der Gemeinde Schöppingen fanden wir in allen bautechnischen und logistischen Belangen immer ein offenes Ohr und schnelle Hilfe. Wir danken der Firma AXA-Entwicklungs- und Maschinenbaugesellschaft Schöppingen für die freundliche technische Unterstützung. Wie schon bei anderen Projekten auch, war die Kardianal-von-Galen Hauptschule in Schöppingen unser adäquater Partner für die pädagogischen Segmente des Projektes. Wir bedanken uns bei allen Schülerinnen und Schülern sowie bei allen Lehrerinnen und Lehrern.

Der Abschlussbericht zum Projekt kann hier als PDF eingesehen werden.

 

VORHANG AUF
Solargetriebene Skulptur im öffentlichen Raum: "Vorhang auf" von Thomas Gerhards
Bildhauer Thomas Gerhards stellt seine solarbetriebene Skulptur in der Schule vor
Die Schüler lernen in den verschieden Projektsegmenten sowohl die technische als auch die ästhetische und gesellschaftliche Seite der Solarenergie kennen
Auf der Projektmesse "Solaris" stellen die Schulprojekteams ihre Arbeitsfelder vor
Die Projektteams bauen z.B. eigene Modelle mit Solartechnik
Ein Buch dokumentiert die Solarskulptur "Vorhang auf", die Projektsegmente der Schule und publiziert die literarischen Autorentexte zum Projekt.
• Texte von: Nina Jäckle, Friederike von Koenigswald, Michael Krupp, Norbert Müller (D), Birgit Schwaner (Ö), Kristof Magnusson (Isl), Ogaga Ifowodo (Nigeria/USA), Ovidiu L. Nimigean (Ru)
 
Das Buch unter dem Titel "Solaris - Ein Kunst-, Literatur- und Schulprojekt zur Sonne und Solarenergie" ist unter ISBN 3-937828 ab Januar 2005 erhältlich.