Die Projektpartner sind:

Das Projekt wurde gefördert von:

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Projekt: Second Art auf Second Life

Informationen für die Presse zum Download:

A) DIREKTE Navigation zu Second Art auf Second Life:

Nur kostenlos bei Second Life registrieren und dann über Teleporter mit dieser Direkt URL einsteigen:

http://slurl.com/secondlife/mournful/48/133/80/

Diese Bilder als große Dateien hier

 

B) INFOS:

1. Allgemeiner Pressetext zum Projekt

2. Die teilnehmenden KünstlerInnen mit Infos und screenshots:

- Susanne Berkenheger

- Haike Rausch und Torsten Grosch

- Stephana Schmidt (Stephana Shan in Second-Life)

- Susanne Schuda

--- Natalie Bewernitz und Marek Goldowski (Projekt folgt)

 
1. Allgemeiner Pressetext zum Projekt

 

Pionierprojekt in Second-Life:
"Second-Art bringt Kunst ins virtuelle Land

Eröffnung am 15.08.2007 um 20 Uhr
auf www.secondlife.com

Direkte Teleporteraktion zu den Kunstwerken über
http://slurl.com/secondlife/mournful/48/133/80/

Einfach kostenlos unter www.secondlife.com registrieren und dann zu den Arbeiten teleportieren lassen.

Laufzeit des Projektes:
15.08. -15.11.2007


Ganz neu eröffnet die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen am 15.08.2007 um 20 Uhr das Kunstprojekt "Second Art" in der virtuellen Welt von Second-Life.

In der schnell wachsenden Online-Welt finden die Besucher inzwischen alles: neue Landschaften und Umgebungen, neue Menschen und Freunde, neue Waren und Dienstleistungen, neue Spiele und Abenteuer.

Nur eines findet sich bisher kaum oder sogar gar nicht im virtuellen Raum von Second-Life; Kunst in dem authentischen Sinne, in der Bedeutung und in der Entschiedenheit, wie sie in der realen Welt dem Publikum begegnet.

An dieser Stelle setzt das Kunstprojekt "Second Art" an: es zielt auf den neu entstandenen und als Feld für immer neue soziale Beziehungen und Bildwelten aktiven aber physisch nicht mehr anwesenden Raum, dem Grundgedanken einer virtuellen Parallelgesellschaft also. Damit wird im Projekt automatisch eine perspektivische Mehrdeutigkeit der Bühne des "öffentlichen Raumes" inszeniert. Die Kunstwerke sind von "realen Künstlern" in der "realen Welt" konzipiert und geschaffen, sie wurden dann an virtuelle Standorte in Second-Life platziert. Dort treffen Sie auf eine doppelte, eigentlich sogar dialektische Rezeption durch die künstlichen Figuren - die sogenannten "Avatare" der Second Life Welt einerseits und die dazugehörenden User in der realen Welt andererseits.

Deutlich wird, dass ein Kunstprojekt wie "Second Art" vor allem auch ein großes Experiment ist. Es ergreift die Primärchance, welche sich mit der Entstehung neuer virtueller Zusammenhänge in Medien wie dem Internet eröffnet. Ganz automatisch erkundet es dabei zweierlei. Zum einen, wie in solchen Zusammenhängen neue, hybride Formen der Kunst entstehen, die so bisher nicht da waren.

Zum anderen jedoch auch, und das als neue, bisher kaum gesehene Perspektive genauso grundlegend und zukunftsweisend: wie diese Entwicklungen in modellhafter Art und Form auch neue Ebenen und Allianzen der Zusammenarbeit entstehen lassen.

Bei diesem Projekt "Second Art" beispielsweise in der Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft, denn die Übergänge etwa in den Bereich der Informatik sind bei der Realisierung solcher Projektvorhaben fließend. So sind beim Projekt "Second Art" als Partner der Künstler und der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen auch mit im Boot: die Arbeitsstelle Forschungstransfer AFO der Uni-Münster, die in letzten Jahren viele Erfahrungen im Wissenschaftstransfer in den verschiedensten Bereichen sammeln konnte und das ERCIS, das europäische Forschungszentrum für Informatik an der Uni Münster.

"Second Art" ist ein Projekt in der kooperativen Zusammenarbeit von:

Stiftung Künstlerdorf Schöppingen
Arbeitsstelle Forschungstransfer AFO der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
ERCIS - European Research Center for Information Systems an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Das Projekt "Second Art" wurde gefördert vom Kultursekretariat NRW Gütersloh und dem Ministerpräsidenten des Landes NRW


Direkt zur Eröffnung startet das Projekt "Second Art" am 15.08.2007 in Second Life mit den Arbeiten von fünf Künstlern: Susanne Berkenheger, Haike Rausch und Torsten Grosch, Stephana Schmid (Stephana Shan in Second-Life), Susanne Schuda. Eine Arbeit von Natalie Bewernitz und Marek Goldowski wird folgen. Auf Seiten der Informatik sind am Projekt beteiligt Nico Albrecht und Christian Buddendick (ERCIS) sowie Fabian Spiegel.


Susanne Berkenhegers (Muji Zapedzki in SL) Arbeit "accountleichenbewegung" ist als Kommunikationskonzept über einen zyklischen Aspekt der "Second-Life-Kreatürlichkeit" aufgebaut. Second Life, man weiß es, wird neben den immer aktiven Nutzern von vielen sog. "Accountleichen" bevölkert: Avatare schon lange ausgeloggter Nutzer, die zwar nicht sichtbar sind, aber eben doch vorhanden. Ihr Aussehen steht fest, ihre aktivierten Gesten, ihre Besitztümer - und sie sind auch konkret verortet. Meist genau dort, wo sie gerade standen, als der Geist des Users aus ihnen herausfuhr und sie allein ließ. Wenn man also durch die scheinbar entleerte Welt von Second Life marschiert, bewegt man sich tatsächlich durch ein Heer von verlassenen Avataren; Gespenstern, die in eine Virtualität zweiten Grades verbannt worden sind. Die Arbeit von Susanne Berkenheger "www.accountleichenbewegung.de" will das Bewusstsein für diese unsichtbaren Avatare stärken und strebt eine baldestmögliche Sichtbarmachung an - bevor noch eines Tages der letzte User sich ausgeloggt hat und Second Life seinerseits Gefahr laufen könnte zum Gespenst einer virtuellen Welt zu werden.

Haike Rausch und Torsten Grosch (Laksmi Giha und Myth Guyot in SL) entwickelten die Arbeit "I'll be your substitute, whenever you want me" (www.431art.org)

D:
"I'll be your substitute, whenever you want me"
Haike Rausch, Torsten Grosch (431art), Laksmi Giha und Myth Guyot in SL

Ausstellung:
15.September 2007 - 15. November 2007
Eröffnung und Vernissageparty in second life
Mittwoch 15. August 20 Uhr MEZ 07

Orte:
Künstlerische Arbeit: 431art projectbase I, Jewel (54, 246, 21)
Vernissageparty: 431art projectbase 4, Jewel (100, 245, 21)
Einfach kostenlos unter www.secondlife.com registrieren und über den
Link auf www.431art.org direkt zur Arbeit
teleportieren lassen.

Haike Rausch und Torsten Grosch (www.431art.org) entwickelten die Arbeit "I'll be your substitute, whenever you want me", deren Grundidee ist, innerhalb von second life den Realitätsbegriff zu befragen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion, sowie zwischen Physis und virtuellem Raum ist in Second Life als fließend zu definieren. Der Avatar ermöglicht realen Personen das Ausleben einer Parallel-Identität. Die Bildung von Identität kann somit teilweise in den virtuellen Raum übertragen werden. Da Erleben und Empfindung an die Physis gebunden sind, Durchdringen sich reale- und virtuelle Erfahrungsebenen im Menschen. Rausch und Grosch sind interdisziplinär und multimedial arbeitende Künstler, für die sich hier auch die Frage nach dem Eigenleben des Avatars als eigenständiger Existenz stellt.
"I'll be your substitute..." verbindet Platons Höhlengleichnis, bekannt als "das" abendländische Bild für das Denken und Leben in Fragen von "Sein und Schein", mit der Metapher des "Labyrinths" ein weiteres altes Sinnbild für Suche und Entwicklung von Identität. Im Inneren der Höhle schweben Textzitate zu den philosophischen Fragen vom "Sein als Solchem" frei im Raum. Die Audioebene beherbergt einen atmosphärisch-tragenden Klang und füllt die Höhle akustisch: die Geschichte des Höhlengleichnisses ist über ein text-to-speech-Programm hörbar. Aus dieser virtuellen Höhle "einer Mischung aus gestalteter Architektur, Tempel und Höhle" wird der Avatar umgebungskonform in ein schwebendes Labyrinth teleportiert. Auf dessen Wänden bewegt sich der Sourcecode des ersten SL-Viewers - deren visuelle Durchdringung erschwert die Orientierung im virtuellen Raum.
Der Avatar selbst, durch diesen Code repräsentiert, als auch in seinem Sein bestimmt, erkennt in diesem Moment, das seine Wirklichkeit durch den Sourcecode generiert wird. Dem User auf der anderen Seite der medialen Repräsentation wird auf dem Weg durch das Labyrinth die Illusion der Identifikation mit dem Avatar genommen. Die Arbeit verweist somit auf die Bedingtheiten von Wirklichkeitskonstruktion.
"I'll be your substitute…" verzahnt verschiedene Wahrnehmungsebenen. Betrachtet man diese als Stufenmodell, finden sich zuerst die visuelle virtuelle Ebene von SL, die Audioebene als eine den User und Avatar verbindende mediale Ebene und die reale physische Ebene. Es folgen Metaebenen in Form philosophischer Fragestellungen und Codes als deren technologischem Pendant. Diesen übergeordnet liegt die Erkenntnisebene. Betrachtet man die Analogie zu Platons Höhlengleichnis, so wird der Raum der Erkenntnis (die Sonne bei Platon) hier durch die Matrix im Labyrinth verkörpert.
Zwischen realer und virtueller Welt schufen Rausch und Grosch mittels der Lifeübertragung von Second Life ins Klingspor Museum Offenbach am 16.8.2007 um 20 Uhr eine Art medialer Rückkoppelung.
www.431art.org


E:
"I'll be your substitute, whenever you want me"
Haike Rausch, Torsten Grosch (431art), Laksmi Giha und Myth Guyot in SL

Exhibition:
15.September 2007 - 15. November 2007
Opening and opening party held in second life, Wednesday 15 August 8 pm MET

Places:
Artistic work: 431art project base I, Jewel (54, 246, 21)
Opening party: 431art project base 4, Jewel (100, 245, 21)

Simply register for free under www.secondlife.com, than allow your self
to be teleported directly to the art via the link www.431art.

Haike Rausch and Torsten Grosch (www.431art.org) developed the project "I'll be your substitute, whenever you want me", based on the attempt to question the definition of reality from within Second Life. The boundaries between reality, fiction but also between a physical and virtual space are transient in Second Life. The Avatar allows people life in a parallel universe. The development of an identity is transported into a virtual space. Because experience and sensation is linked to physical reality, a merging of the virtual and the real takes place. Rausch and Grosch are interdisciplinary and multimedia artists who also raise the question of the avatars own independent existence.
"I'll be your substitute..." combines Platons cave simili which is known as aesthetic metaphor for western thought and life within the boundaries of existence and appearance; being and illusion. It is the metaphor of the labyrinth, the ancient image for finding your identity.
In the inside of the cave quotes related to the philosophical question of the essence of being float freely. The audio level contained atmospheric sounds which filled the cave acoustically. With the help of a text to speech program the history of the allegorical cave could be listened to. In this virtual cave, which is a mixture of deliberate architecture, temple and cave, the avatar is transported into a labyrinth. In the walls of this structure, the source code of the first Second Life viewer can be seen. This hampers visual orientation in the virtual space.
The avatar itself is represented by code, hence it's own essence is being ruled by code, it realizes that its own existence is created by source code. The user on the other hand is deprived of the illusion of identifying with the avatar. In this fashion the project exposes the very construction of what is perceived to be reality.
The work unifies different models of perception. Assuming this a layered model. The observer thus finds him or herself initially on a visual level of SL, the audio level that united avatar and user, and the real physical level. After that there are Meta levels of philosophical questions and code as its technological opposite. The top strata is formed by the cognitive level. If one considers this as an analogy to Plato's cave, then this room of perception (the sun in Plato's work) is represented by the matrix in the labyrinth.
Rausch and Grosch created a kind of doubling effect by transporting the events in Second Life live into the Klingspor Museum Offenbach on the16.8.2007 at 8 pm.

www.431art.org

Stephana Schmidt (Stephana Shan in Second-Life) hat für die virtuelle Plattform in einem fast "klassisch" zu nennenden Zugriff mit der „Colonne RVB“ eine virtuelle Skulptur in 3 Teilen realisiert. Schmid sieht sich selbst als "Mehrzweckkünstler"; seine Arbeiten entstehen immer in Interaktion mit dem dynamischen Feld der Umwelt, in die sie eingebettet sind. Der Fokus der Aufmerksamkeit ist hierbei auf den Aspekt der Authentizität der Repräsentation der jeweiligen Reflexion gerichtet. Möglichst viele verschiedene Reflexionen sollen im Laufe der Produktionsprozesse materialisiert werden und sich zu sensuell erfahrbaren Entitäten verzweigen. Schmid definiert die Projektkonstellation von "Second Art" dazu als Liaison von biologischem und digitalem „Leben“ anhand des Beispiels von „lebendigen Künstlern“ in Interaktion mit der Internetplattform Second-Life. Mit der 3-teiligen Skulptur „Colonne RVB“ will Stephana Shan eine Objektkonstellation zeigen, die in doppeltem Sinn auf das Medium, das ihre Existenz ermöglicht, Referenz bezieht. Einerseits kann sie nur „da“ das sein was sie ist, denn sie braucht jene Welt, um durch sie zu existieren. Andererseits erscheint sie in Form genau jener 3 elementaren Farben, anhand derer sich jede einzelne mögliche dortige Ansicht konstituiert. Die Arbeit verdeutlicht, dass Second-Life eine von Menschen geschaffene programmatische Struktur ist, die den Horizont des Seins und seiner Möglichkeiten erweitert. Gleichzeitig jedoch amputiert sie das Feld möglicher Sinneserfahrungen auf Reize, die das unscharfe Milieu von Emotionen erzeugen, dem man beim Eintritt in das „zweite Leben“ verfällt.

Susanne Schuda installiert in der virtuellen Welt von Second-Life unter dem Titel "Fear" ein Werbeplakat für Angst. Bei Berührung des Plakates wird eine im "second-life-Jargon" sogenannte "Geste", also eine programmtechnisch induzierte Bewegung, übergeben, die den betreffenden Avatar zusammengekauert auf den Boden legt, so als müsse er seine Organe schützen und wäre auf direktem Wege von der Botschaft innerlich bewegt.


Direkte Teleporteraktion zu den Kunstwerken von "Second Art" über
http://slurl.com/secondlife/mournful/48/133/80/

2. Die teilnehmenden KünstlerInnen mit Infos und screenshots:
 

Susanne Berkenheger

accountleichenbewegung.de

Bitte hier klicken für große Bildformate.

http://slurl.com/secondlife/Fishii/165/155/26

Second Life, man weiß es, wird überwiegend von Accountleichen bevölkert: Avatare schon lange ausgeloggter Nutzer, die zwar nicht sichtbar sind, aber eben doch vorhanden. Ihr Aussehen steht fest, ihre aktivierten Gesten, ihre Besitztümer - und sie sind auch konkret verortet. Meist genau dort, wo sie gerade standen, als der Geist des Users aus ihnen herausfuhr und sie allein ließ. Wenn man also durch die scheinbar entleerte Welt von Second Life marschiert, bewegt man sich tatsächlich durch ein Heer von verlassenen Avataren; Gespenstern, die in eine Virtualität zweiten Grades verbannt worden sind.

accountleichenbewegung.de will das Bewusstsein für diese unsichtbaren Avatare stärken und strebt eine baldestmögliche Sichtbarmachung an - bevor noch der letzte User sich ausgeloggt hat und Second Life seinerseits zum Gespenst einer virtuellen Welt geworden ist.

Dies ist das Kommunikationskonzept von accountleichenbewegung.de:
In eine Baugrube wurde in Second Life ein Plakat platziert. Dieses teleportiert einen per Klick zum Sitz der accountleichenbewegung.de in einiger Höhe (schließlich soll Kunst den Avatar ja erheben - unter anderem auch über allerhand Digi-Müll am Boden des Terrains). Der Sitz der Bewegung besteht aus lose verteilten schwebenden Bodenplatten, über die man sich - mit etwas Geschick - hüpfend bewegen kann, um die drei anklickbaren flying websites zu inspizieren. Hier finden sich:

" ein T-Shirt-Shop (www.accountleichen.spreadshirt.net), wo jedermann sich reale Accountleichen-T-Shirts kaufen kann, um damit im öffentlichen Raum rumzumarschieren und so darauf aufmerksam zu machen, dass auch sein Avatar jetzt leblos, unsichtbar und unbeachtet sein Dasein fristet.
" eine Online-Unterschriftenaktion mit der zentralen Forderung an Linden Lab, Avatare ausgeloggter Nutzer in geeigneter Weise sichtbar zu machen.
" der telekinetische Weblog des Avatars Muji Zapedzki, der offiziellen Gründerin der accountleichenbewegung.de. Muji reflektiert hier hauptsächlich über ihr kritisches Verhältnis zu ihrer Accounthalterin, der "sogenannten Künstlerin". Nicht ganz grundlos ist sie von der Angst getrieben, selbst als Accountleiche zu enden, falls die Künstlerin eines Tages keine Lust mehr haben sollte, sich einzuloggen.


Alle Links finden sich natürlich auch auf der zentralen Internetrepräsentanz: www.accountleichenbewegung.de

 

Haike Rausch und Torsten Grosch

Landmarke Ankunft vom second art Teleporter aus

zu unserer Arbeit:
431art projectbase I, Jewel (54, 246, 21)

zur Vernissageparty:
431art projectbase 4, Jewel (100, 245, 21)

Titel der Arbeit:
"I'll be your substitute, whenever you want me"
431art (Haike Rausch und Torsten Grosch)

Bitte hier klicken für große Bildformate.

Alle Infos zur Arbeit von Haike Rausch und Torsten Grosch hier als PDF.

 

 

Stephana Schmidt (Stephana Shan in Second-Life)

„Colonne RVB“, virtuelle Skulptur in 3 Teilen von Stephana Shan, 2007

Bitte hier klicken für große Bildformate.

Stephana Schmidt (FL) alias Stephana Shan (SL) versteht sich als „Mehrzweckkünstler“. Er setzt sich in verschiedenen Medien mit den mannigfaltigen Erscheinungsformen von Vorstellungsbildern auseinander, die in unterschiedlichen Projektkonstellationen eine Rahmung erfahren. Die Projekte entstehen jeweils in Interaktion mit dem dynamischen Feld der Umwelt, in die es eingebettet ist. Der Fokus der Aufmerksamkeit ist hierbei auf den Aspekt der Authentizität der Repräsentation der jeweiligen Reflexion gerichtet. Möglichst viele verschiedene Reflexionen sollen im Laufe der Produktionsprozesse materialisiert werden und sich zu sensuell erfahrbaren Entitäten verzweigen.

Das RRRGGGBBB-Projekt (www.rrrgggbbb.de) geht Fragen nach, die im Zusammenhang mit der Darstellung von (Vorstellungs-)Bildern auf Farbbildschirmen entstehen. Dies kann auf sehr vielfältige und abstrakte Weise geschehen, etwa in Form von Skulpturen, die durch Emissionen der Grundfarben des elektrischen Bildes in den physischen und imaginären Raum ein Feld von Möglichkeiten projizieren. Die Peripherie der Skulptur, deren negative Form, stellt sich so als der eigentliche und intentional offene Inhalt der Arbeit zur Schau. Andere Arbeiten entlarven das elektrische Bild als Resultat einer anfälligen Maschine („changeur d’apparences“), bzw. durchforsten den RGB-Raum in endlos sich wiederholenden Spiralbewegungen um vorerst auf nichts als den Farbraum selbst zu verweisen („triancolor / visual tracking“).

Das von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen initiierte „Second Art“-Projekt, welches eine Liaison von biologischem und digitalem „Leben“ anhand des Beispiels von „lebendigen Künstlern“ in Interaktion mit der Internetplattform „Second Life“ inszenieren möchte, legt nun fast zwingend eine weiterführende Auseinandersetzung im Rahmen des RRRGGGBBB-Projektes nahe.

Der digitale Raum in „Second Life“ offeriert vollkommen neue Dimensionen in Bezug auf die künstlerische Expression, zumal allein die Schwerkraft programmatisch mühelos und dauerhaft überwunden werden kann. Die Möglichkeit, in der „Troposphäre“ von „Second Life“ Orte zu schaffen, die sich vorerst als „luftleerer Raum“ gestaltet haben geriet hierbei in den Focus der Aufmerksamkeit. Mit der 3-teiligen Skulptur „Colonne RVB“ will Stephana Shan eine Objektkonstellation zeigen, die in doppeltem Sinn auf das Medium, das ihre Existenz ermöglicht, referiert. Einerseits kann sie nur „da“ das sein was sie ist, denn sie braucht jene Welt, um durch sie zu existieren. Andererseits erscheint sie in Form genau jener 3 elementarer Farben, anhand derer sich jede einzelne mögliche dortige Ansicht konstituiert. Zum Einen ist „Second Life“ eine von Menschen geschaffene programmatischen Struktur, die den Horizont des Seins und seiner Möglichkeiten wesentlich erweitert. Andererseits amputiert sie das Feld möglicher Sinneserfahrungen auf visuelle, schriftliche und akustische Reize, die das unscharfe Milieu von Emotionen erzeugen, dem man beim Eintritt in das „zweite Leben“ verfällt. Die Skulptur „Colonne RVB“ markiert also den Anfang sowohl als auch das Ende von Etwas, das keine festen Grenzen hat.
Alternativ zu der monumentalen Version findet sich auf ebener Erde eine Vitrine mit einer Miniaturausgabe der Skulptur, die als mobiles, dekoratives Anschauungsobjekt verwendet werden kann.

Colonne RVB, 3-teilige Skulptur in Rot, Grün und Blau:
Höhe: je Säule 67 SL-Meter, schwebend
Material: Default Media Texture, verschiedenfarbig, leicht reflektierend, Licht emittierend
url: secondlife://lombok/222/36/600
surl: http://slurl.com/secondlife/lombok/222/36/600

Miniatur:
url: secondlife://lombok/222/36/22

surl: http://slurl.com/secondlife/lombok/222/36/22

 

Susanne Schuda

Titel: Fear

Bitte hier klicken für großes Bildformat.

Ein Werbeplakat für Angst. Bei Berührung des Plakates wird eine Geste übergeben die den betreffenden Avatar zusammengekauert auf den Boden legt (um seine Organe zu schützen).

 

Natalie Bewernitz und Marek Goldowski

Konzept: UNVEILED PRESENCE (secret sounds 1v)

"UNVEILED PRESENCE (secret sounds 1v)" basiert auf Tonaufnahmen im Inneren der Hausdachwassertürme von New York City. Visuell inspiriert durch die Arbeit "A bruit secret" von Marcel Duchamp, die er 1916 in New York fertiggestellt hat, wurden auf vier verschiedenen Hausdächern um die Manhattan Bridge in Brooklyn gleichzeitig Aufnahmen mit Hydro- und Kontaktmikrofonen gemacht. Die reichhaltige Klanglandschaft dieser Gegend wird über den Wasserkörper in den Türmen aufgenommen und mischt sich mit den internen Wasser- und Mechanikgeräuschen. Die Installation "UNVEILED PRESENCE (secret sounds 1v)" wird als Modell in der virtuellen Welt von "Second Life" installiert, um auch in der Realität unmögliche Arten der Perzeption von Raum und Klang möglich zu machen.

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